Skat Guru im Test

christian

24. Januar 2020

Seit dem 23.01. läuft der SkatGuru Test bei den KK. Bis Ende Februar / Anfang März wollen wir die Software-Lösung der Gebrüder Dechert testen, um dann über ein Anschaffung zu entscheiden. Da die Entscheidung für oder gegen Tablets langfristige Auswirkungen hat, freuen wir uns, wenn möglichst viele Vereinsmitglieder in der Testphase  die Ü-Abende besuchen. Darüber hinaus sind natürlich auch Skatfreunde aus anderen Vereinen herzlich eingeladen, sich ein Bild von den Vor- und Nachteilen der Lösung zu machen.

An dieser Stelle veröffentliche ich die jeweiligen “Erfahrungsstände” aus Sicht der Organisatoren. Auch diese Erfahrungen können für andere Vereine hilfreich sein.

Zusammenfassung

Insgesamt haben wir Skat Guru sechs Wochen getestet. Vorrangiges Ziel unsers Tests war zu klären, ob die Software den Anforderungen des Vereins genügt, wie die Einrichtung und  Bedienung der App ist und wie sich die Nutzung von Skat Guru auf den Ü-Abend auswirkt. Je nach Erfahrungen sollte die Anschaffung sofort erfolgen, ggf. später oder evtl. auch ausgeschlossen werden.

Für den Einsatz von Skat Guru spricht ganz eindeutig der Gedanke der Convenience. Es ist am Tisch bequem, mit dem Tablet zu arbeiten. Man spart etwas Zeit, die Listeneingabe entfällt etc. Dies entlastet auch das Orga-Team. Andere Funktionen wie z.B. die “Beobachtung” anderer Tische erfolgt kaum, ist auch im Grunde wenig spannend. Auf der anderen Seite ist der Nutzwert der App für einen Verein maßgeblich von den konkreten Bedingungen innerhalb des Vereins abhängig. Für unsern Verein kann man sagen.

  1. Für den Verein Münster verursacht die Nutzung der App organisatorischen Aufwand. Wir müssten, um normal arbeiten zu können, 12-13 Tablets anschaffen. Diese müssten gelagert, transportiert, geladen, gepflegt usw. werden. Somit würde innerhalb des Vereins ein neuer Aufgabenbereich entstehen. 
  2. Die Nutzung der App ist mit finanziellem Aufwand verbunden. Die Gesamtbetriebskosten p.a. ohne Abschreibungen etc. belaufen sich auf ca. 550 Euro. Dies würde eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge bedeuten.
  3. Die Nutzung der App würde Auswirkungen auf die vereinsinternen Wettbewerbe haben. Weder das Setzsystem des Vereins ab September noch der Pokalwettbewerb können in der bisherigen Form durchgeführt werden.
  4. Die Nutzung der App führt automatisch zu einem Verlust an Handlungsautonomie. Nachträgliche Einzelkorrekturen sind nicht einfach möglich.
  5. Im Detail sind einige Dinge für den Verein nicht so gelungen. Mitglieder, die nur selten an den Ü-Abenden teilnehmen, werden in den Statistiken erfasst, Gastspieler, die regelmäßig kommen, jedoch nicht. Die Rüstzeiten vor und nach dem Ü-Abend werden größer, weil die Datenverbindung immer hergestellt werden muss. Das manuelle Verschieben der Spieler am Tablet hat sich als nervtötend erwiesen. 

 Die weitere Vorgehensweise wird auf der nächsten Vorstandssitzung besprochen.  

Erfahrungen vom 20.02.20 und 27.02.2020

Keine Meldungen. Das System läuft stabil, es gibt keine Störungen. Auf manuelle Umsetzungen haben wir verzichtet. Die 2. Serie des Spieltages war die erste Serie während des Testlaufs, bei dem die manuelle Tischzuordnung mit der SKAT GURU Verteilung identisch war. Der Zeitgewinn im Vergleich zur herkömmlichen Listenführung ist messbar vorhanden. Manuelle Umsetzungen, das zeigt der 27.02. sind mit einem “Pencil” einfacher und funktionieren. Allerdings ist dafür ein anderes Tablet nötig 

 

Erfahrungen vom 13.02.2020

Nach den ersten Erfahrungen wollten wir uns jetzt ganz auf Skat Guru verlassen und die Möglichkeiten des Programms kennenlernen, ohne unsere vereinsspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen. 

Technik:

Ein neues Tablet, das über eine Maus gesteuert werden kann, erweist sich als Hilfe. Die Technik läuft ansonsten wie immer reibungslos und perfekt.

Problem 1: Zuordnung der Spieler

Ein Spieler, der (noch) nicht Vereinsmitglied ist, kann als Gast angelegt werden. Allerdings ist er beim nächsten Spieltag wieder verschwunden. Der Spieler taucht auch in der Gesamtwertung nicht auf. Das bedeutet in der Konsequenz, dass ein Verein mit vielen, regelmäßigen Gastspielern diese jedes Mal neu als Gast anlegen muss. Dabei entsteht dann das Folgeproblem der fehlenden Vorwerte, was dazu führt, dass der Gastspieler manuell geschoben werden muss oder sich  am letzten Tisch wiederfindet. Alternative: Der Gast wird quasi wie ein Vereinsmitglied angelegt und heißt dann zum Beispiel Müller, Heinz (G). Nachteil dieser Lösung. Der Spieler wird jetzt unter Umständen ganzjährig in der Vereinsranglsite “mitgeschleppt”. Denn wer will schon sagen, wann man ihn löschen kann? Zusätzliches Problem. Die Tabelle “Vereinsrangliste” wir zunehmend unübersichtlich.

Problem 2: Ab- und Anmeldung von Spielern kostet Zeit, Tischverteilung muss ausgerufen werden

 Die Abmeldung eines Spielers durch den Admin kann erst dann erfolgen, wenn die Serie abgeschlossen ist. Wenn also vier oder fünf Spieler nur eine Serie spielen, muss eine mündliche Abmeldung beim Admin erfolgen, die zunächst schriftlich auf einem Notizzettel erfasst wird. Erst nach Abschluss der Serie kann die Ummeldung erfolgen. Damit ist ein Teil des Zeitgewinns bereits verbraucht. Da keine Datenübertragung auf das TV-Gerät erfolgt, muss die Tischverteilung in beiden Serien ausgerufen werden. Auch das kostet Zeit und ist für die Raucher blöd.

Ein weiteres Problem: Ein Spieler, der lediglich die 2. Serie spielt, taucht in der Spieltagswertung anscheinend gar nicht auf. Seine Spiele werden zwar für die Gesamtwertung gezählt, aber in der Tageswertung fehlt der Spieler.

 

 

Erfahrungen vom 06.02.2020

Technik:

Die Technik im Sinne der Datenübertragung funktioniert einwandfrei und fehlerlos. Ärgerlich wird es aber, wenn man Tische manuell zusammenstellt. Zum Teil werden die Spieler verdoppelt, das Verschieben der Spieler per Drag und Droparbeitet nicht gut. So dauert es bis zu 15(!) Minuten, um 9 3er Tische zu konfigurieren. Das geht nicht.

Inhaltliches Problem nach Serienfreigabe

Ü-Abende sind generell ja weniger formell als Turnierveranstaltungen. Daraus resultierend entstand folgendes praktisches Problem. Alle Tische sind 3er Tische und beginnen nach Blattfreigabe zu spielen. Kurz darauf meldet sich ein Tisch zu Wort: der dritte Spieler sei gar nicht rauchen oder an der Theke, sondern weg. Jetzt gibt es nur ein Lösung: Serie stoppen, Tische neu verteilen, Serie neu starten. Denn es ist nicht möglich, einen bereits “verteilten” Spieler einfach an einen anderen Tisch zu setzen. (Was ja auch logisch ist).

Bei unserer eigenen Software lösen wir den Fall anders und müssen nicht alle Tische neu formieren. Der 2er Tisch wird an 1 und 2 dazugesetzt, die entsprechenden Werte getürkt und nach Serienende wieder in den Originalzustand versetzt. Dieses Beispiel zeigt ein generelles Problem. Man wird durch SkatGuru natürlich abhängig von SkatGuru. Das System macht die Vorgaben, entscheidet über die Wettbewerbsmodalitäten und zwingt zu Normierungen.

Zwischenfazit nach 3 Wochen

Wie erwartet, ist der Anwenderbereich am Tisch absolut unproblematisch. Auch die Datenverarbeitung ist – entsprechende Datenvolumina vorausgesetzt- absolut einwandfrei. Das war aber auch klar, bevor wir den Test gestartet haben. Das Entscheidungskritierum für die Anschaffung ist ja nicht “Etwas bequemer am Tisch”. Wir testen, ob Skat Guru eine signifikante Verbesserung und Entlastung bringt. Aktuell ergeben sich für uns folgende Befunde

  1. Der Pokalwettbewerb kann nicht mehr wie bisher durchgeführt werden
  2. Unser Setzsystem ab Anfang September kann nur manuell ausgesteuert werden, die manuelle Tischzuordnung ist aber gegenwärtig noch stark verbesserungsfähig. 
  3. Die Unterscheidung in Wenigspieler und Normalspieler geht nicht. Damit ist im Grunde unser gesamtes Setzsystem ab September obsolet. 
  4. Spieler, die zum Verein gehören, aber nie an einem Ü-Abend erscheinen, müssen ganzjährig “mitgeschleppt” werden. Sollten sie gelöscht werden, verlieren sie auch den Anschluss an die entsprechenden Wettbewerbe bzw. die Vereinszuordnung dort.
  5. Eine technische Anbindung an das Mauritius ist schwieriger als gedacht. Man muss davon ausgehen, dass entsprechende Verträge ca. 150-180 Euro p.a. kosten würden.

Generell sehe ich den Autonomieverlust es als ein großes Problem an. Ein Riesenvorteil unseres Systems besteht z. B. darin,  Fehler auch nachträglich reparieren zu können. Jedes einzelne Ergebnis von jedem Spieler kann auch nachträglich korrigiert werden. Ungeprüft zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind zwei andere Faktoren. Der reine Arbeitsaufwand für den Einsatz der Tablets ist natürlich höher als die bisherige Lösung. Die Tablets müssen ausgepackt und angemacht werden, sie müssen verteilt werden und später alles wieder rückwärts. Dieser Aufwand wird durch nichts kompensiert, denn diePapierlisten müssen ja auch weiterhin verteilt werden…

Der andere Faktor ist eher diffizil. Da ein “Schreiber” am Tisch immer sofort fertig ist, entsteht m.M.n. ein kontinuierlicher Druck auf den anderen Listenführer. Der Zeitgewinn, der bei Tableteinsatz nachweisbar ist, wird unter Umständen mit mehr Hektik bezahlt. Allerdings kann diese Einschätzung auch aus meiner individuellen Situation am Ü-Abend resultieren…  

 

Erfahrungen vom 30.01.2020

Am 30.01.2020 wollten wir erstmalig die hauseigene Technik nutzen, um die Internetverbindung aufzubauen. Zwar ist das nicht zwingend nötig. Aber die Alternative, über einen eigenen Router mit einer SIM Karte eine Datenverbindung aufzubauen, ist teuer. Die entsprechende Karte kostet ca. 160 Euro p.a. (5 GB Volumen / 4 Wochen 12,99 Aldi Talk).

Der Versuch ging leider daneben. Obwohl die “Techniker” optimistisch waren, blieb die Verbindung instabil. Leider kann man die entsprechenden Datenmengen nicht simulieren. Da zudem viele Smartphones sich ebenfalls direkt mit dem WLAN verbinden, war es vielleicht zu viel. Daher haben wir auf die Datenübertragung der Vorwoche zurückgegriffen. (Router /SIM-Karte/LTE). Das funktionierte erneut an Anhieb. Die Anlage des Spieltags und die entsprechenden Dateneingaben war problemlos. Dann allerdings kam der 2. Schock: Die Tischverteilung nach Vereinssoftware war nicht identisch mit der Tischverteilung nach Skat Guru. Da man wegen des 1. Problems bereits in Verzug war, hat man auf den Einsatz von Skat Guru verzichtet. Mittlerweile ist klar, dass die Dateneingabe am Rechner nicht korrekt war und gleichzeitig neue Spieler da waren, de in der Vorwoche nicht da waren. Hier fehlte Skat Guru also der Referenzwert. Dieses “Pseudo-Problem” ist also geklärt. Ein längeres Telefonat in der Woche ergab u.a. dass der Pokalwettbewerb nicht abzubilden ist. Die App kann innerhalb eines Wettbewerbs keine spieltagsübergreifende Rangliste erstellen, bei der lediglich eine Liste, nach dem Kriterium “Datum” gewertet wird.

Erfahrungen vom 23.01.2020.

Technik:

Technik läuft reibungslos. Die Verbindung war stabil und schnell. Angeschlossen waren 8 Tablets für die Tische + drei weitere für das Orga Team. Die WLAN Verbindung wurde über einen Router und LTE hergestellt. Diese Art der Übertragung wird auf Dauer zu teuer sein, Alternativen werden in der kommenden Woche getestet.

Bedienung an den Spieltischen:

Erwartungsgemäß gab es bei der Bedienung keinerlei Probleme. Auch ungeübte Spieler kommen mit der Eingabemaske zurecht. Die einzigen Fragen beim Umgang betrafen die “Korrekturen von Spielergebnissen”. Die Anmeldung der Spieler am Tisch funktioniert tadellos, die Abmeldung von Spielern am Tisch wird in der nächsten Woche eingeführt. 

Bedienung am “Mischpult”:

Das Orga-Team in der Testphase besteht aus Bernd Schnell, Klemens Kuhlmann, Andrea und Christian. Für die reine Durchführung am Ü-Abend ist dieses Team zu groß. Besser sind zwei Personen, ansonsten erfolgen zu viele zeitgleiche Paralleleingaben. 
Konsequenz: Christian wird sich nur noch vorbereitend einbringen, Bernd wird als Supervisor agieren, das Tagesgeschäft wird verantwortlich von Klemens und Andrea erledigt. Christian unterstützt stattdessen die manuellen Eingaben am Rechner, um Brigitte zu entlasten.

Die Anlage und Unterscheidung in Gesamtwertung / Tageswertung / Preisskat ist noch verbesserungsfähig. Hier sind Christian und Bernd gefragt.

Die Zuordnung von Gastspielern ist beim ersten Mal nicht richtig gelungen. Sie konnten zwar sehr einfach eingepflegt werden, ihre Ergebnisse waren aber hinterher in den Wertungskategorien nicht da. 

Ablauf:

Wie erwartet startet der erste Abend etwas schleppend und mit 10 Minuten Verspätung. Da die Tablets keinerlei “Vorwerte” aus den Vorserien hatten, musste die Tischverteilung manuell erfolgen. Dies konnte erst beginnen, nachdem der Ü-Abend offiziell begonnen hat. Entsprechend haben wir die erste Serie verspätet begonnen.

Fehlerhafte Papierlisten:

Unleserliche Listen sind ein Argument für die Einführung der neuen EDV-Lösung. Da jetzt nur noch eine Liste geschrieben wird, sollte diese erst recht leserlich sein. Einige KK haben das nicht ansatzweise verstanden, was abgegeben wird ist eine Frechheit.
Die Konsequenz ist einfach: Ab sofort nehmen wir keine unleserlichen Listen mehr an. Die entsprechenden Tische werden in der händischen Eingabe ggf. auf 0 gesetzt. 

Ebenfalls sichtbar. Bei zwei von acht Tischen gibt es Abweichungen zwischen Skat-Guru und händischer Eingabe. Der Abgleich am Tisch hat also nur unzureichend funktioniert. 
Ab sofort gilt: Bei Abweichungen nach Listenabgabe hat die Tablet-Liste Recht. Wenn am Tisch fehlerhaft abgeglichen wird, müssen die Spieler ggf. auch negative Konsequenzen tragen. Wir werden keine nachträgliche Kontrolle durchführen. 

Aufwand:

Der vorbereitende Aufwand und die Einführung ist auf jeden Fall sehr hoch und lohnt sich nur, wenn man ernsthaft interessiert ist. Lernkurve und 1x Aufgaben stimmen aber optimistisch, dass der Arbeitsaufwand für das Orga-Team nun spürbar kleiner wird.

 

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